Anmerkungen zu „Lauenbrück und zurück“

Was hat denn das schöne Dorf Lauenbrück mit furzenden Hasen zu tun? Nichts! Oder jedenfalls nicht mehr als andere Dörfer und Städte in der norddeutschen Tiefebene.

Durch Lauenbrück fährt man, wenn man mit dem Zug zwischen Bremen und Hamburg unterwegs ist. Eines Tages sollte der Bahnhof Lauenbrück stillgelegt werden: Die Züge sollten dort nicht mehr halten. Und dann fuhr ich durch Lauenbrück und sah Menschen auf dem Bahnsteig mit einem großen Transparent: „Haltet an und nehmt uns mit!“

Ich fand das so anrührend, dass ich am liebsten die Notbremse gezogen hätte. Die Bahn hatte offenbar ebenfalls ein Herz: Heute halten die Nahverkehrszüge wieder in Lauenbrück.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Kohl. Die Geschichte hat mir mein Opa erzählt, der mir auch immer aus Grimms Märchen vorlas. „Es war einmal ein König …“ – ich war völlig fasziniert von dieser Welt und wollte natürlich wissen, warum wir in Deutschland eigentlich keinen König haben.

Mein Opa erzählte mir vom König von Hannover und davon, dass es den schon lange nicht mehr gab. Das fand ich damals ausgesprochen schade. Aber eine richtige Gräfin hatte ihm einmal einen Wirsingkohl für geleistete Dienste geschenkt. In Lauenbrück!

Dass diese Geschichte inzwischen mehr als 100 Jahre zurückliegt, ist dabei gar nicht das Entscheidende. Sie gehört für mich zu dieser märchenhaften Atmosphäre, die Lauenbrück hat. Und deshalb habe ich mir die Freiheit genommen, daraus ein kleines Märchenlied zu machen.

In „Lauenbrück und zurück“ fahren zwei Hasen nach Lauenbrück, essen dort Wirsingkohl und machen sich anschließend wieder auf den Heimweg. Was dabei im Bauch des einen Hasen passiert, ist allerdings eine andere Geschichte.