Ich gehe nicht ins Kino und ich treib auch keinen Sport
Ich mach keine Tour im Auto und ich lese auch kein Wort
Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier
Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir
Ich liege vor meinem Bildschirm
und guck mir Filme an
Vor meinem großen Bildschirm
na klar, ich bleibe dran
Ich brauche nichts zu tun
ich brauch nur auszruhen
Was soll ich im Theater und auf Kunst hab ich keinen Bock
Pfeif auf Schwitzen in der Sauna und hab keinen Lust auf Rock
Ich schaue mir die Welt an, von meinem Sofa aus
bei mir zu Haus
Beim Diskutieren schlaf ich ein, im Restaurant ist's mir zu teuer
Ich mag nicht auf dem Dancefloor sein und auch beim Fußball fang ich niemals Feuer
Ich lieg auf meinem Sofa mit Getränken und Gebäck
und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg
Text & Musik © 1995 Detlef Cordes
Wir leben in einer Epoche, in der den Menschen eingeredet wird, sie müssten permanent an ihrer Selbstoptimierung arbeiten. Man muss Marathon laufen, ins Theater gehen und vor allem ständig eine Meinung zu Dingen haben, von denen man nichts versteht. Das ist keine Freizeit, das ist eine kollektive Neurose.
Der Protagonist dieses Songs hat das einzig Vernünftige getan: Er hat kapituliert. Und zwar mit Stil.
„Was soll ich im Theater und auf Kunst hab ich keinen Bock / Pfeif auf Schwitzen in der Sauna und hab keinen Lust auf Rock“
Ich kann das vollkommen nachvollziehen. Die meiste moderne Kunst ist ohnehin nur dazu da, Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, die Angst davor haben, für ungebildet gehalten zu werden. Und warum sollte man Geld dafür bezahlen, sich in einen heißen Raum mit nackten Fremden zu setzen? Wenn ich schwitzen will, warte ich auf den August in New York, das ist umsonst.
Die Leute tun heute so, als wäre Freizeit eine Leistungssportart. Unser Mann hier legt sich einfach hin:
„Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier / Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir“
Das ist kein Mangel an Ehrgeiz, das ist purer Selbstschutz. Wenn man den ganzen Tag draußen mit der allgemeinen Dummheit der Welt konfrontiert war, ist das Sofa der einzige Ort, an dem man noch die Kontrolle behält. Besonders das Finale ist von einer geradezu prophetischen Klarheit:
„...und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg“
Wenn wir diese Konsequenz im echten Leben anwenden könnten – einfach die Leute auf der Straße wegklicken, die uns die Zeit stehlen –, wäre die Welt ein besserer Ort.
Es erfordert eine enorme Charakterstärke, absolut nichts zu tun und sich dabei nicht eine Sekunde lang schuldig zu fühlen. Dieser Song ist kein Manifest der Trägheit. Es ist die Nationalhymne für alle, die begriffen haben, dass die Welt da draußen den ganzen Lärm überhaupt nicht wert ist.
Wenn ich diesen Text lese, sehe ich das größte Problem der modernen Gesellschaft vor mir: die absolute Kapitulation vor der Bequemlichkeit. Die Leute bauen sich heute ein Gefängnis aus Kissen und nennen es dann Freiheit. Sie sind stolz darauf, absolut nichts zu leisten. Weißt du, was das Sofa wirklich ist? Es ist der Ort, an dem deine Träume und dein Potenzial elendig verrecken, während du regungslos auf einen Bildschirm starrst.
Der Text feiert die totale Verweigerung, als wäre es eine Leistung:
„Ich gehe nicht ins Kino und ich treib auch keinen Sport / Ich mach keine Tour im Auto und ich lese auch kein Wort“
Das ist kein Selbstschutz, das ist reine Sabotage an dir selbst. Dein Körper und dein Geist wurden nicht dafür gebaut, um auf einer Couch zu verrotten und darauf zu warten, dass der Tag vergeht. „Kein Sport, kein Wort“ – du fütterst dein Gehirn mit Müll und wunderst dich, warum du schwach wirst. Wer nicht kämpft, wer sich nicht bewegt, wer dem Schmerz und der Anstrengung permanent aus dem Weg geht, der lebt nicht. Der existiert nur noch als biologische Masse.
Und dann kommt die ultimative Ausrede für die eigene Trägheit:
„Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier / Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir“
Jeder kann sich nach der Arbeit ein Bier aufmachen und sich hinlegen. Das ist einfach. Das erfordert null Charakter. Die eigentliche Frage ist doch: Was tust du, wenn du müde bist? Wenn du denkst, du bist fertig, bist du in Wahrheit erst bei 40 Prozent deiner Leistungsfähigkeit. Aber anstatt die restlichen 60 Prozent zu jagen, klickst du lieber alles weg, was dich fordert:
„...und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg“
Du kannst die Realität auf deinem Bildschirm wegklicken, aber du kannst die Wahrheit nicht wegklicken, wenn du morgens in den Spiegel schaust. Du kannst den Herausforderungen des Lebens nicht entkommen, indem du dich unter einer Decke versteckst.
Hör auf, deine Faulheit philosophisch zu rechtfertigen. Such dir verdammt noch mal keine Ausreden, warum das Sofa gemütlicher ist als die Arena. Steh auf, geh da raus, konfrontier dich mit dem, was anstrengend ist, und fang endlich an, dein Leben zu kontrollieren, anstatt die Fernbedienung.
Ein Liedheft zum Singen und Weiterreden
Detlef Cordes
Die Komfortzone ist dein Friedhof
Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier
Ich gehe nicht ins Kino und ich treib auch keinen Sport
Ich mach keine Tour im Auto und ich lese auch kein Wort
Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier
Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir
Ich liege vor meinem Bildschirm
und guck mir Filme an
Vor meinem großen Bildschirm
na klar, ich bleibe dran
Ich brauche nichts zu tun
ich brauch nur auszruhen
Was soll ich im Theater und auf Kunst hab ich keinen Bock
Pfeif auf Schwitzen in der Sauna und hab keinen Lust auf Rock
Ich schaue mir die Welt an, von meinem Sofa aus
bei mir zu Haus
Beim Diskutieren schlaf ich ein, im Restaurant ist's mir zu teuer
Ich mag nicht auf dem Dancefloor sein und auch beim Fußball fang ich niemals Feuer
Ich lieg auf meinem Sofa mit Getränken und Gebäck
und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg
Text & Musik © 1995 Detlef Cordes
Wir leben in einer Epoche, in der den Menschen eingeredet wird, sie müssten permanent an ihrer Selbstoptimierung arbeiten. Man muss Marathon laufen, ins Theater gehen und vor allem ständig eine Meinung zu Dingen haben, von denen man nichts versteht. Das ist keine Freizeit, das ist eine kollektive Neurose.
Der Protagonist dieses Songs hat das einzig Vernünftige getan: Er hat kapituliert. Und zwar mit Stil.
„Was soll ich im Theater und auf Kunst hab ich keinen Bock / Pfeif auf Schwitzen in der Sauna und hab keinen Lust auf Rock“
Ich kann das vollkommen nachvollziehen. Die meiste moderne Kunst ist ohnehin nur dazu da, Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen, die Angst davor haben, für ungebildet gehalten zu werden. Und warum sollte man Geld dafür bezahlen, sich in einen heißen Raum mit nackten Fremden zu setzen? Wenn ich schwitzen will, warte ich auf den August in New York, das ist umsonst.
Die Leute tun heute so, als wäre Freizeit eine Leistungssportart. Unser Mann hier legt sich einfach hin:
„Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier / Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir“
Das ist kein Mangel an Ehrgeiz, das ist purer Selbstschutz. Wenn man den ganzen Tag draußen mit der allgemeinen Dummheit der Welt konfrontiert war, ist das Sofa der einzige Ort, an dem man noch die Kontrolle behält. Besonders das Finale ist von einer geradezu prophetischen Klarheit:
„...und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg“
Wenn wir diese Konsequenz im echten Leben anwenden könnten – einfach die Leute auf der Straße wegklicken, die uns die Zeit stehlen –, wäre die Welt ein besserer Ort.
Es erfordert eine enorme Charakterstärke, absolut nichts zu tun und sich dabei nicht eine Sekunde lang schuldig zu fühlen. Dieser Song ist kein Manifest der Trägheit. Es ist die Nationalhymne für alle, die begriffen haben, dass die Welt da draußen den ganzen Lärm überhaupt nicht wert ist.
Wenn ich diesen Text lese, sehe ich das größte Problem der modernen Gesellschaft vor mir: die absolute Kapitulation vor der Bequemlichkeit. Die Leute bauen sich heute ein Gefängnis aus Kissen und nennen es dann Freiheit. Sie sind stolz darauf, absolut nichts zu leisten. Weißt du, was das Sofa wirklich ist? Es ist der Ort, an dem deine Träume und dein Potenzial elendig verrecken, während du regungslos auf einen Bildschirm starrst.
Der Text feiert die totale Verweigerung, als wäre es eine Leistung:
„Ich gehe nicht ins Kino und ich treib auch keinen Sport / Ich mach keine Tour im Auto und ich lese auch kein Wort“
Das ist kein Selbstschutz, das ist reine Sabotage an dir selbst. Dein Körper und dein Geist wurden nicht dafür gebaut, um auf einer Couch zu verrotten und darauf zu warten, dass der Tag vergeht. „Kein Sport, kein Wort“ – du fütterst dein Gehirn mit Müll und wunderst dich, warum du schwach wirst. Wer nicht kämpft, wer sich nicht bewegt, wer dem Schmerz und der Anstrengung permanent aus dem Weg geht, der lebt nicht. Der existiert nur noch als biologische Masse.
Und dann kommt die ultimative Ausrede für die eigene Trägheit:
„Ich bin froh wenn ich nach Haus komm, erstmal zieh ich mir ein Bier / Dann hau ich mich aufs Sofa bei mir“
Jeder kann sich nach der Arbeit ein Bier aufmachen und sich hinlegen. Das ist einfach. Das erfordert null Charakter. Die eigentliche Frage ist doch: Was tust du, wenn du müde bist? Wenn du denkst, du bist fertig, bist du in Wahrheit erst bei 40 Prozent deiner Leistungsfähigkeit. Aber anstatt die restlichen 60 Prozent zu jagen, klickst du lieber alles weg, was dich fordert:
„...und wer mir auf den Geist geht, den klick ich weg“
Du kannst die Realität auf deinem Bildschirm wegklicken, aber du kannst die Wahrheit nicht wegklicken, wenn du morgens in den Spiegel schaust. Du kannst den Herausforderungen des Lebens nicht entkommen, indem du dich unter einer Decke versteckst.
Hör auf, deine Faulheit philosophisch zu rechtfertigen. Such dir verdammt noch mal keine Ausreden, warum das Sofa gemütlicher ist als die Arena. Steh auf, geh da raus, konfrontier dich mit dem, was anstrengend ist, und fang endlich an, dein Leben zu kontrollieren, anstatt die Fernbedienung.