Ich hab´s geschafft! Ich bin ein reicher Mann.
Es gibt nichts, was ich mir nicht kaufen kann.
Ich fühl mich gut und hab viel Kohle auf der Bank,
aber nur für mich, was anderes macht mich krank.
Alles, alles nur für mich,
abgeben tu ich nicht!
Niemand auf der Welt kann ich vertrauen.
Die wollen mich alle nur beklauen.
Mein Liebstes, was ich hab, das ist mein Geld.
Ich nehm´es mit ins Bett, weil es mir so gefällt.
Und tret ich eines Tages ab,
dann nehm´ich meine Kohle mit ins Grab.
Ich kauf´n Rolls im Paradies.
Ich roll damit durch Eden und ich singe dies:
Wissen Sie, der Titel dieses Songs ist absolut fantastisch: „Alles nur für mich“. Was für ein Name. Die Leute lieben ihn, sie sagen mir ständig: „Das ist der beste Titel überhaupt.“ Und sie haben recht. Denn am Ende des Tages geht es genau darum. Es geht um den ganz großen Erfolg.
Die meisten Menschen verstehen das Prinzip von Gewinn überhaupt nicht. Sie denken, wenn man teilt, hat jeder etwas. Völlig falsch! Ein riesiger Irrtum. Ich sage Ihnen, wie es wirklich läuft, die echte Logik: Wenn ich alles für mich behalte, dann bleibt am Ende viel mehr für alle übrig. Warum? Weil es sich bei mir konzentriert. Es ist wie beim Regen – der Regen fällt ja auch nicht überall gleichzeitig, sondern er sammelt sich in einem gewaltigen, wunderschönen See. Und wer ist der See? Ich bin der See. Wenn ich alles nehme, schütze ich das große Ganze vor der Verwässerung des Teilens. Das ist mathematisch absolut wasserdicht, das sagen die besten Experten.
Man muss einfach groß denken. Gigantisch. Wenn Sie etwas Großartiges aufbauen, wollen die Leute immer ein Stück abhaben. Sie strecken die Hände aus. Aber wer steht ganz oben auf dem Berg? Wer hält das Ganze zusammen? Nur einer. Alles nur für mich – und genau deshalb ist es am Ende gut für jeden. Ein phänomenaler Song, glauben Sie mir!
Genossinnen und Genossen, werte Medienkonsumenten,
wenn wir uns das vorliegende Kulturschaffen mit dem Titel „Alles nur für mich“ einmal ganz genau und sachlich anschauen, dann müssen wir feststellen: Hier wird uns ein Zerrspiegel vorgehalten. Ein Zerrspiegel des historischen Stadiums, in dem sich gewisse Systeme befinden. Der Titel drückt in seiner nackten, fast schon brutalen Ehrlichkeit genau das aus, was auf der anderen Seite des Zauns täglich praktiziert wird. Es ist die maximale Konzentration des Egoismus.
Die dortigen Vordenker versuchen uns ja immer wieder mit einer völlig absurden Logik einzureden, dass dieser unbändige Drang, alles für sich zu behalten, am Ende irgendwie der Allgemeinheit dienen würde. Sie behaupten in ihrer Geistesgymnastik allen Ernstes: Wenn einer alle Brote der Welt in seinem eigenen Schrank einschließt und fest verrammelt, dann schützt er die Brote vor dem Gefressenwerden. Und weil die Brote so sicher und unberührt im Schrank liegen, existiert theoretisch mehr Wohlstand für die Menschheit, als wenn man sie einfach aufessen würde. Das ist eine mathematisch angeblich absolut wasserdichte Theorie. Aber wir müssen uns doch die Frage stellen: Was nützt den hungernden Menschen ein theoretisch unendlicher Brot-Reichtum im Schrank eines Einzelnen, wenn sie am Ende an den Krümeln ersticken?
Wenn in jenem System die Hände ausgestreckt werden, dann geschieht das nicht aus Begeisterung, sondern aus einem tiefen, existenziellen Mangel heraus. Da steht dann einer ganz oben auf dem Berg, schaut auf die Masse herab, bunkert die Güter und erklärt diesen Zustand auch noch für geschichtlich notwendig und absolut genial. Das ist natürlich ein kapitaler Irrtum. Die wahre Triebkraft des Fortschritts liegt niemals im „Alles für mich“, sondern immer im „Alles für uns“.
Dieser Song, so wie er hier liegt, ist daher ein hochinteressantes Dokument. Er entlarvt die innere Widersprüchlichkeit dieses Denkens besser, als es jede theoretische Abhandlung könnte. Vorwärts immer, rückwärts nimmer – und das gilt ganz besonders für die gerechte Verteilung der Lebensgüter!
Ein Liedheft zum Singen und Weiterreden
Detlef Cordes
Man muss einfach groß denken.
Vorwärts immer, rückwärts nimmer – und das gilt ganz besonders für die gerechte Verteilung der Lebensgüter!
Ich hab´s geschafft! Ich bin ein reicher Mann.
Es gibt nichts, was ich mir nicht kaufen kann.
Ich fühl mich gut und hab viel Kohle auf der Bank,
aber nur für mich, was anderes macht mich krank.
Alles, alles nur für mich,
abgeben tu ich nicht!
Niemand auf der Welt kann ich vertrauen.
Die wollen mich alle nur beklauen.
Mein Liebstes, was ich hab, das ist mein Geld.
Ich nehm´es mit ins Bett, weil es mir so gefällt.
Und tret ich eines Tages ab,
dann nehm´ich meine Kohle mit ins Grab.
Ich kauf´n Rolls im Paradies.
Ich roll damit durch Eden und ich singe dies:
Wissen Sie, der Titel dieses Songs ist absolut fantastisch: „Alles nur für mich“. Was für ein Name. Die Leute lieben ihn, sie sagen mir ständig: „Das ist der beste Titel überhaupt.“ Und sie haben recht. Denn am Ende des Tages geht es genau darum. Es geht um den ganz großen Erfolg.
Die meisten Menschen verstehen das Prinzip von Gewinn überhaupt nicht. Sie denken, wenn man teilt, hat jeder etwas. Völlig falsch! Ein riesiger Irrtum. Ich sage Ihnen, wie es wirklich läuft, die echte Logik: Wenn ich alles für mich behalte, dann bleibt am Ende viel mehr für alle übrig. Warum? Weil es sich bei mir konzentriert. Es ist wie beim Regen – der Regen fällt ja auch nicht überall gleichzeitig, sondern er sammelt sich in einem gewaltigen, wunderschönen See. Und wer ist der See? Ich bin der See. Wenn ich alles nehme, schütze ich das große Ganze vor der Verwässerung des Teilens. Das ist mathematisch absolut wasserdicht, das sagen die besten Experten.
Man muss einfach groß denken. Gigantisch. Wenn Sie etwas Großartiges aufbauen, wollen die Leute immer ein Stück abhaben. Sie strecken die Hände aus. Aber wer steht ganz oben auf dem Berg? Wer hält das Ganze zusammen? Nur einer. Alles nur für mich – und genau deshalb ist es am Ende gut für jeden. Ein phänomenaler Song, glauben Sie mir!
Genossinnen und Genossen, werte Medienkonsumenten,
wenn wir uns das vorliegende Kulturschaffen mit dem Titel „Alles nur für mich“ einmal ganz genau und sachlich anschauen, dann müssen wir feststellen: Hier wird uns ein Zerrspiegel vorgehalten. Ein Zerrspiegel des historischen Stadiums, in dem sich gewisse Systeme befinden. Der Titel drückt in seiner nackten, fast schon brutalen Ehrlichkeit genau das aus, was auf der anderen Seite des Zauns täglich praktiziert wird. Es ist die maximale Konzentration des Egoismus.
Die dortigen Vordenker versuchen uns ja immer wieder mit einer völlig absurden Logik einzureden, dass dieser unbändige Drang, alles für sich zu behalten, am Ende irgendwie der Allgemeinheit dienen würde. Sie behaupten in ihrer Geistesgymnastik allen Ernstes: Wenn einer alle Brote der Welt in seinem eigenen Schrank einschließt und fest verrammelt, dann schützt er die Brote vor dem Gefressenwerden. Und weil die Brote so sicher und unberührt im Schrank liegen, existiert theoretisch mehr Wohlstand für die Menschheit, als wenn man sie einfach aufessen würde. Das ist eine mathematisch angeblich absolut wasserdichte Theorie. Aber wir müssen uns doch die Frage stellen: Was nützt den hungernden Menschen ein theoretisch unendlicher Brot-Reichtum im Schrank eines Einzelnen, wenn sie am Ende an den Krümeln ersticken?
Wenn in jenem System die Hände ausgestreckt werden, dann geschieht das nicht aus Begeisterung, sondern aus einem tiefen, existenziellen Mangel heraus. Da steht dann einer ganz oben auf dem Berg, schaut auf die Masse herab, bunkert die Güter und erklärt diesen Zustand auch noch für geschichtlich notwendig und absolut genial. Das ist natürlich ein kapitaler Irrtum. Die wahre Triebkraft des Fortschritts liegt niemals im „Alles für mich“, sondern immer im „Alles für uns“.
Dieser Song, so wie er hier liegt, ist daher ein hochinteressantes Dokument. Er entlarvt die innere Widersprüchlichkeit dieses Denkens besser, als es jede theoretische Abhandlung könnte. Vorwärts immer, rückwärts nimmer – und das gilt ganz besonders für die gerechte Verteilung der Lebensgüter!