Anmerkungen
Ich finde das Wählenkönnen manchmal eine Zumutung. Es gibt ja inzwischen eigene Sketche darüber, wie viele Möglichkeiten man hat, wenn man beim Bäcker, im Café oder beim Dönermann eigentlich nur etwas ganz Einfaches möchte. „Einen Kaffee, bitte.“ Aber welchen? Groß oder klein? Milch oder keine Milch? Und welche von den gefühlt fünfzehn Sorten Brot nehme ich, wenn ich eigentlich nur ein Brot möchte?
Auch vor einer Speisekarte in der Dönerbude kann mich die Auswahl manchmal erschlagen. Irgendwann möchte ich nur noch sagen: „Machen Sie schnell, ich habe einfach Hunger.“
Bei politischen Wahlen ist die Sache allerdings etwas anders. Hier geht es nicht um die Frage, welches Brot oder welchen Döner ich nehme. Ich muss verschiedene politische Positionen und mögliche Folgen gegeneinander abwägen – und manche Entscheidungen können für ein Land und seine Menschen weitreichende Folgen haben. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass politische Entscheidungen durchaus schicksalhaft sein können.
Das macht die Entscheidung nicht gerade leichter. Aber genau darin liegt vielleicht auch der Wert der Wahl: Wer wählen kann, hat die Zumutung, sich entscheiden zu müssen – und zugleich die Möglichkeit, diese Entscheidung selbst zu treffen.