Wer die Wahl hat hat die Qual

Artwork: Wer die Wahl hat hat die Qual

Ob beim Bäcker, beim Dönermann oder bei der Wahl: Wer mehrere Möglichkeiten hat, muss sich entscheiden. Und manchmal fühlt sich selbst eine freie Wahl eher wie ein Luxusproblem als ein Vergnügen an.

Wer die Wahl hat, hat die Qual
denn wer die Wahl hat muss sich entscheiden
Manchen fällt das leicht doch manche können das so überhaupt nicht leiden.

Wenn man beim Bäcker vor den Brotsorten steht
und die Bäckereifachfrau dezent die Augen verdreht.
Doch nichts drängt sich so richtig auf
und die Entscheidung nimmt nur langsam ihren Lauf

Wenn man beim Dönermann vor der Speisetafel steht
und der Dönermann seufzt und schon leicht die Augen verdreht
'Ich wollt doch so gern mal was and'res nehm'n!'
'Ey Chef du hast ein Luxusproblem!'

Wenn du die Wahl hast aber davon überhaupt nichts wählen magst
und dich nur nach dem kleineren Übel fragst
Entscheiden musst du dich trotzdem
denn Wählen können ist ein Luxusproblem

Anmerkungen

Ich finde das Wählenkönnen manchmal eine Zumutung. Es gibt ja inzwischen eigene Sketche darüber, wie viele Möglichkeiten man hat, wenn man beim Bäcker, im Café oder beim Dönermann eigentlich nur etwas ganz Einfaches möchte. „Einen Kaffee, bitte.“ Aber welchen? Groß oder klein? Milch oder keine Milch? Und welche von den gefühlt fünfzehn Sorten Brot nehme ich, wenn ich eigentlich nur ein Brot möchte?

Auch vor einer Speisekarte in der Dönerbude kann mich die Auswahl manchmal erschlagen. Irgendwann möchte ich nur noch sagen: „Machen Sie schnell, ich habe einfach Hunger.“

Bei politischen Wahlen ist die Sache allerdings etwas anders. Hier geht es nicht um die Frage, welches Brot oder welchen Döner ich nehme. Ich muss verschiedene politische Positionen und mögliche Folgen gegeneinander abwägen – und manche Entscheidungen können für ein Land und seine Menschen weitreichende Folgen haben. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass politische Entscheidungen durchaus schicksalhaft sein können.

Das macht die Entscheidung nicht gerade leichter. Aber genau darin liegt vielleicht auch der Wert der Wahl: Wer wählen kann, hat die Zumutung, sich entscheiden zu müssen – und zugleich die Möglichkeit, diese Entscheidung selbst zu treffen.

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