Heinrich Heine ist ein erfolgreicher Schriftsteller, findet in Deutschland aber keine sichere berufliche Existenz. Seine jüdische Herkunft, politische Verhältnisse und die Zensur erschweren ihm das Leben. Die Frage nach Heimat und einem Ort, an dem man zur Ruhe kommen kann, ist für ihn mehr als eine literarische Idee.
Die Revolution und der Aufbruch
1830 weckt die Julirevolution in Paris Hoffnungen auf Freiheit und gesellschaftliche Veränderung. In Deutschland nehmen dagegen Zensur und politische Repression zu. 1831 geht Heine nach Paris und arbeitet als Korrespondent für deutsche Zeitungen.
Paris ist Freiheit – und Exil
Paris eröffnet Heine neue Möglichkeiten. Doch seine Verbindung zu Deutschland bleibt bestehen: Seine Sprache, sein Publikum und seine literarischen Auseinandersetzungen lassen ihn nicht los. Das Verbot der Schriften des Jungen Deutschland im Jahr 1835 verschärft den Konflikt mit den deutschen Obrigkeiten. Heine lebt freier, ist aber weiterhin auf finanzielle Unterstützung angewiesen.
Unter Linden am Rhein?
Das Gedicht stellt die Palmen des Südens den Linden am Rhein gegenüber. Heine fragt nicht nur nach Heimat im Leben, sondern auch nach seiner letzten Ruhestätte. Wo gehört ein Mensch hin, wenn Herkunft, Sprache und tatsächlicher Lebensmittelpunkt auseinanderfallen?
Immerhin – und dann der Himmel
Am Ende steht das knappe Wort „Immerhin!“. Vielleicht ist es Trost, vielleicht auch eine nüchterne, beinahe ironische Antwort auf die Ungewissheit. Wenn der konkrete Ort offenbleibt, gibt es immerhin den Himmel und die Sterne. Heine wurde 1856 in Paris beigesetzt – fern von den Linden am Rhein.