Anmerkungen
Immerhin
Heinrich Heine war schon chronisch krank, als er dieses Gedicht schrieb. Das ist keine Nebensache, wenn man von einem müden Wanderer liest, der sich nach einem Ort sehnt, an dem er zur Ruhe kommen kann.
Am Ende steht das Wort „Immerhin“.
Ich habe den Eindruck, dass Heine hier etwas sehr Schweres leicht nimmt.
Ich denke an Arno Poetsch: „Man kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Und andererseits an Bertrand Russell und seinen Ausdruck vom „terror of cosmic loneliness“, dem Schrecken der kosmischen Einsamkeit: das Ich in einem Universum, das sich nicht die Bohne für seine Einsamkeit interessiert.
2010 war ich in Natchez, Mississippi, USA. Der Friedhof liegt auf einer Steilkante am Fluss. Man kann die Brücke nach Louisiana sehen. Unten lag ein Raddampfer. Eine Touristenattraktion.
Die Brücke ins „andere Land“, der Fluss, der von der Vergangenheit durch dieses kurze Jetzt in die Zukunft fließt. Ich dachte an Mark Twain und daran, wie sich das Leben am Mississippi verändert hatte.
Auf einigen Gräbern standen kleine amerikanische Fähnchen. Auf den Grabsteinen stand „Operation Iraqi Freedom“. Junge Leute, die in der Wüste gestorben waren. Weit entfernt von zu Hause.
Man fragt sich, wofür.
Ich weiß nicht, ob Heines „Immerhin“ eine Antwort auf all diese Fragen ist. Wahrscheinlich sollte man das Wort nicht überfordern.
Aber es ist da.
Immerhin.