Mondnacht – Eichendorff

Live Programm: Eichendorff Jazz
Artwork: Mondnacht – Eichendorff

Über dieses Lied

Joseph von Eichendorff schrieb „Mondnacht“ um 1835 (veröffentlicht 1837). Er lebte zu dieser Zeit in Berlin und arbeitete als preußischer Geheimer Regierungsrat. Seine Lebenssituation war von der nüchternen Realität des preußischen Verwaltungsalltags in der Großstadt geprägt, fernab seiner ländlichen oberschlesischen Heimat. Das fließt direkt in das Gedicht ein: Der Kontrast aus dem bürokratischen, oft beengenden Stadtleben und der tiefen Sehnsucht nach Natur, Weite und seelischer Freiheit manifestiert sich in dem Drang des lyrischen Ichs, die Flügel auszuspannen und „nach Haus“ zu fliegen.

Es war, als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Artwork: Mondnacht – Eichendorff