Heinrich Heine: Drei Schatten

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Drei Schatten

Über dieses Lied

Entstanden in den Jahren 1821–1823 während Heines Zeit in Berlin und Bonn. Inmitten der idyllischen Naturkulisse verfällt der Reisende seinen Gedanken an die unerfüllte Liebe, als plötzlich unheimliche, spöttische Schattengestalten (Sinnbilder für Zweifel und Selbsttäuschung) seine Träume durchkreuzen. Das Gedicht wurde 1823 in den „Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo“ und 1827 im berühmten „Buch der Lieder“ veröffentlicht.

Mein Wagen rollt langsam
Durch lustiges Waldesgrün,
Durch Täler, die zaubrisch
Im Sonnenglanz blühn.

Ich sitz und sinn und träume,
denk an die Liebste mein;
Da grüßen drei Schattengestalten
Kopfnickend zum Wagen herein.

Sie hüpfen und schneiden Gesichter,
So spöttisch und doch so scheu,
Und quirlen wie Nebel zusammen,
Und kichern und huschen vorbei.

Mein Wagen rollt langsam
Durch lustiges Waldesgrün,
Durch Täler, die zaubrisch
Im Sonnenglanz blühn.

Text: Heinrich Heine/ Lyrisches Intermezzo. Für das musikalische Arrangement leicht redigiert.

Artwork: Heinrich Heine: Drei Schatten