Heinrich Heine: Ein Fichtenbaum steht einsam

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Ein Fichtenbaum steht einsam

Über dieses Lied

Entstanden in den Jahren 1822–1823 während Heines Aufenthalt in Berlin. Eines der bekanntesten Motive der deutschen Romantik: Die doppelte Einsamkeit von Nord und Süd, dargestellt am unüberwindbar getrennten Traumpaar Fichtenbaum und Palme, spiegelt Heines unerfüllte Liebe zu seinen Cousinen Amalie und Therese wider. Das Gedicht erschien 1823 im „Lyrischen Intermezzo“ (Gedicht Nr. 33) und 1827 im „Buch der Lieder“.

Ein Fichtenbaum steht einsam
Im Norden auf kahler Höh.
Ihn schläfert; mit weißer Decke
Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme,
Die, fern im Morgenland,
Einsam und schweigend trauert
Auf brennender Felsenwand.

Artwork: Heinrich Heine: Ein Fichtenbaum steht einsam