Heinrich Heine: Auf die Berge will ich steigen

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Auf die Berge will ich steigen

Über dieses Lied

Entstanden im Herbst 1824 nach Heinrich Heines Wanderung durch den Harz. Nach frustrierenden Studienerfahrungen in Göttingen flieht Heine vor der steifen, akademischen Gesellschaft und der erlogenen Etikette in die freie Natur der Berge. Das Gedicht bildet den Auftakt zur berühmten Harzreise (erschienen 1826).

Schwarze Röcke, seidne Strümpfe,
weiße, höfliche Manschetten.
Sanfte Reden, embrassieren -
ach, wenn sie nur Herzen hätten!

Herzen in der Brust und Liebe,
warme Liebe in dem Herzen -
ach, mich tötet ihr Gesinge
von erlognen Liebesschmerzen.

Auf die Berge will ich steigen,
wo die frommen Hütten stehen.
Wo die Brust sich frei erschließet
und die freien Lüfte wehen.

Auf die Berge will ich steigen,
wo die dunklen Tannen ragen.
Bäche rauschen, Vögel singen
und die stolzen Wolken jagen.

Artwork: Heinrich Heine: Auf die Berge will ich steigen