Heinrich Heine: Wie des Mondes Abbild zittert

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Wie des Mondes Abbild zittert

Über dieses Lied

Entstanden in den Jahren 1823–1824. Heine nutzt das Naturbild des unberührten Mondes am Himmel und seines schwankenden Spiegelbilds im aufgewühlten Meer als Metapher für die unerreichbare, distanzierte Geliebte. Während sie unberührt und erhaben bleibt, existiert ihr Bild im Inneren des Liebenden nur als reflektierte, von eigenen Emotionen erschütterte Täuschung. Das Gedicht erschien 1824 im Zyklus „Die Heimkehr“ (Gedicht Nr. 43) und 1827 im „Buch der Lieder“.

Wie des Mondes Abbild zittert
in den wilden Meereswogen,
Und er selber still und sicher
wandelt an dem Himmelsbogen:

Also wanderst du, Geliebte,
still und sicher, und es zittert
nur dein Abbild mir im Herzen,
weil mein eignes Herz erschüttert.

Artwork: Heinrich Heine: Wie des Mondes Abbild zittert