Heinrich Heine: Sie haben mich gequält

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Sie haben mich gequält

Über dieses Lied

Entstanden in den Jahren 1823–1824. Heine zieht eine verbitterte und zugleich gewohnt spitzfindige Bilanz seiner menschlichen und emotionalen Verletzungen. Während Feindschaft und aufdringliche Zuneigung ihn gleichermaßen zermürbten, geht der tiefste Schmerz von derjenigen Person aus, die ihm mit absoluter Gleichgültigkeit begegnete. Das Gedicht erschien 1824 im Zyklus „Die Heimkehr“ (Gedicht Nr. 48) und 1827 im „Buch der Lieder“.

Sie haben mich gequält,
geärgert blau und blass.
Die einen mit ihrer Liebe,
die andern mit ihrem Hass.

Haben das Brot mir vergiftet,
sie gossen Gift mir ins Glas.
Die einen mit ihrer Liebe,
die andern mit ihrem Hass.

Doch sie, die mich am meisten
geärgert und betrübt,
die hat mich nie gehasst
und hat mich nie geliebt.

Artwork: Heinrich Heine: Sie haben mich gequält