Rache ist Blutwurst! – Warum ich über Arroganz singe

Cover: Rache ist Blutwurst! – Warum ich über Arroganz singe

Gedanken zum Lied: ↗ Eine ganz arme Wurst

Dauer: 06:27

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Wenn Arroganz und Macht zusammenkommen

Arroganz und Dummheit können eine komische Mischung sein. Manchmal sorgen sie für unfreiwillige Heiterkeit. Doch wenn Menschen mit wenig Sachkenntnis, aber umso mehr Durchsetzungswillen Macht gewinnen, wird es gefährlich. Darüber habe ich ein Lied geschrieben: „Eine ganz arme Wurst“.

Ein persönliches emotionales Protokoll

Hinter dem Song steht eine persönliche Verletzung, über die ich hier nicht im Einzelnen sprechen möchte. Mich interessiert vielmehr ein Muster: Menschen werden ausgelacht und abgewertet, statt dass man sich mit ihren Argumenten auseinandersetzt. Und manchmal haben diejenigen, die andere so behandeln, auch die Macht, sich damit durchzusetzen.

Im Song bin ich Kaiser

In meinem eigenen Songreich gelten andere Regeln. Hier bestimme ich, was geschieht. Die Figuren machen gefälligst einen Hofknicks. Das ist Fantasie – und vielleicht eine Möglichkeit, die Wirklichkeit auf den Punkt zu bringen, ohne in ihr selbst Macht über andere auszuüben.

Ich denke dabei an das alte Ritual des Bannens und an die Voodoo-Puppe: Man macht sich ein Bild von jemandem und verfährt mit diesem Bild nach den eigenen Regeln. Im Lied wird daraus eine satirische Figur. Die Aggression bekommt eine Form, die niemanden unmittelbar angreift.

Wut, Amygdala und der Weg durch die Instanzen

Was macht man mit einer Verletzung, wenn man etwas verändern möchte, aber an Grenzen stößt? Ich habe vor 16 Jahren versucht, mich politisch einzubringen. Der Weg durch die Instanzen stand offen – aber solche Auseinandersetzungen können Kraft kosten und an die Gesundheit gehen.

Vielleicht hilft es, die erste, unreflektierte Reaktion zunächst in ein Bild oder ein Lied zu verwandeln. Dann entsteht Abstand. Aus dem unmittelbaren Ärger kann eine Möglichkeit werden, die Situation noch einmal rational zu betrachten.

Nur meine private Abrechnung?

Der Song ist keine psychologische Diagnose und keine ausgearbeitete politische Theorie. Er ist zunächst eine Beschreibung dessen, was mich beschäftigt. Aber ich bin mir nicht sicher, ob er nur meiner eigenen Seele dient. Ähnliche Erfahrungen werden mir auch von anderen Menschen erzählt. Das Muster scheint über den konkreten Anlass hinauszugehen.

Und so bleibt am Ende die Frage, wie oft wir erleben, dass Menschen andere beherrschen, ohne wirklich etwas zur Sache beizutragen. Der Kaiser und seine neuen Kleider sind schließlich ein ziemlich altes Bild.

Das Lied zur Episode: Eine ganz arme Wurst