Warum ich oft erst fünf Tage später weiß, wie es wirklich war

Cover: Warum ich oft erst fünf Tage später weiß, wie es wirklich war

Gedanken zum Lied: ↗ Frag mich nicht wie's war

Dauer: 04:23

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Eine Frage, die mich überfordert

„Ja, sag mal, wie war's denn?“ Eine freundliche Frage, die zeigt, dass sich jemand für meine Erlebnisse interessiert. Und trotzdem mag ich sie überhaupt nicht. Wenn ich gerade irgendwoher komme, ist in meinem Kopf meistens noch alles blank. Ich weiß schlicht nichts zu sagen.

Aus dieser Erfahrung ist das Lied „Frag mich nicht wie's war“ entstanden. Ein Lied, das mit einem klaren Schlussstrich aufwartet: Schluss, Ende, aus, die Maus.

Eine lange Leitung

Heute würde ich den Text anders schreiben. Denn vorbei ist eine Begegnung nicht unbedingt, wenn sie zu Ende ist. Sie ist noch in meinem Kopf. Und ich brauche manchmal eine ziemlich lange Zeit, um die Eindrücke wegzusortieren.

Das geschieht nicht bewusst. Die Dinge fallen irgendwann im Hinterstübchen in die richtigen Kanäle. War das gut? War das schlecht? Hat mich etwas verletzt? Das weiß ich häufig erst Tage später.

Fünf Tage später: Aua!

Manchmal fällt mir erst beim Spazierengehen, beim Abwaschen oder in einem anderen Moment des Leerlaufs auf, was eine Begegnung eigentlich mit mir gemacht hat.

Das ist keine bewusste Reflexion und auch kein Grübeln. Ich betrachte die Dinge einfach noch einmal aus einer anderen Perspektive. Und manchmal komme ich dabei zu einem Urteil, das ich unmittelbar nach der Begegnung noch gar nicht hätte bilden können.

Erinnerungen sind nicht abgeschlossen

Auch Erinnerungen sind für mich nichts Feststehendes. Selbst der Blick auf die eigene Kindheit oder der innere Dialog mit Menschen, die längst gestorben sind, kann sich weiterentwickeln.

Vielleicht ist das die eigentliche Pointe: Nicht alles muss sofort eingeordnet werden. Manches braucht Zeit. Und manchmal ist eine Geschichte eben doch noch nicht vorbei.

Das Lied zur Episode

Frag mich nicht wie's war – Liedtext, Anmerkungen und Streaming