Heinrich Heine: Wir saßen am Fischerhause

Live Programm: Heinelieder
Artwork: Heinrich Heine: Wir saßen am Fischerhause

Über dieses Lied

Entstanden in den Jahren 1823–1824 nach Heines Aufenthalt auf Norderney. In der idyllischen Abendstimmung an der Küste verbinden sich Reisephantasien und das Plaudern über fernste Länder mit der düsteren Ahnung von Sturm und Schiffbruch – ein Gleichnis für die Ungewissheit des Lebens und der menschlichen Gefühle. Das Gedicht erschien 1824 im Zyklus „Die Heimkehr“ (Gedicht Nr. 14) und 1827 im „Buch der Lieder“.

Wir saßen am Fischerhause
und schauten nach der See.
Die Abendnebel kamen
und stiegen in die Höh.

Im Leuchtturm wurden die Lichter
allmählich angesteckt.
Und in der weiten Ferne
ward noch ein Schiff entdeckt.

Wir sprachen vom Sturm und Schiffbruch,
vom Seemann und wie er lebt.
Und zwischen Himmel und Wasser
und Angst und Freude schwebt.

Wir sprachen von fernen Küsten,
vom Süden und vom Nord.
Und von den seltsamen Völkern
und seltsamen Sitten dort.

Wir saßen am Fischerhause
und schauten nach der See.
Die Abendnebel kamen
und stiegen in die Höh.

Im Leuchtturm wurden die Lichter
allmählich angesteckt.
Und in der weiten Ferne
ward noch ein Schiff entdeckt.

Artwork: Heinrich Heine: Wir saßen am Fischerhause