Was will die einsame Träne?

Was will die einsame Träne?
Sie trübt mir ja den Blick.
Sie blieb aus alten Zeiten
Im Auge mir zurück.

Sie hatte viele Schwestern,
Die alle zerflossen sind,
Mit meinen Qualen und Freuden
Zerflossen in Nacht und Wind.

Wie Nebel sind zerflossen
Die blauen Sternelein,
Die mir die Freuden und Qualen
Gelächelt ins Herz hinein.

Und meine Liebe selber
Zerfloss wie eitel Hauch!
Du alte, einsame Träne,
Zerfließe du nun auch!

Text von Heinrich Heine, adaptiert von Detlef Cordes

Lieder nach Gedichten von Heinrich Heine · Gedichte als Lieder